Ausschreibung: Förderung internationaler Projekte zur europäischen Erinnerung
Ausschreibung: Förderung internationaler Projekte zur europäischen Erinnerung
Förderzeitraum: April bis Oktober 2010
Einsendeschluss für Projektskizzen: 26. Oktober 2009
Die Geschichtswerkstatt Europa ist ein Programm der Stiftung
Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), das internationale
Projekte zur Analyse europäischer Erinnerungskulturen fördert. Ziel
ist ein Dialog junger Europäer über die Unterschiede und
Gemeinsamkeiten nationaler, regionaler und lokaler Erinnerungen an
die kollektiven Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts.
Das Institut für angewandte Geschichte ist in Kooperation mit der
Europa-Universität Viadrina für die Förderung von Projekten
verantwortlich. Das Institut begleitet Projektideen beratend von der
Skizzenentwicklung über die Antragstellung bis zur Abrechnung und
organisiert im Frühjahr 2010 ein Treffen in Frankfurt an der Oder zur
inhaltlichen sowie methodischen Vorbereitung und zur Vernetzung der
Teilnehmer.
Ausschreibung 2010: Pfade der Erinnerung
Diktatur, Krieg, Zwangsarbeit und Völkermord prägten das Europa des
20. Jahrhunderts. Sie führten zu millionenfachem Tod, aber auch zu
massenhafter Zwangsmigration, die in die Erinnerungskulturen
europäischer Gesellschaften als Deportation, Flucht, Evakuierung,
Umsiedlung, Auswanderung, Repatriierung, Vertreibung u. a.
eingegangen sind.
Für Überlebende und Nachgeborene bleibt die Herausforderung, dass
ihre Erinnerungen an diese Gewalterfahrungen auf Orte Bezug nehmen,
die oft weitab vom ihrem heutigen Lebensmittelpunkt liegen. Die
geographische Entfernung wird durch eine kulturelle Distanz
verstärkt, die daraus resultiert, dass dort heute zumeist andere
Menschen leben, deren Erinnerung zu ebenso entfernten Orten führt.
Spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann man an diese Orte
wieder zurückkehren, sie besuchen und sie erforschen. Die Verbindung
zwischen Gegenwart und Vergangenheit, aber auch zwischen den Orten
wird seither in Form von Reisen, Erzählungen, Symbolen und Ritualen
hergestellt. Durch die so geprägten Pfade der Erinnerung werden Wege
der Zwangsmigration vergegenwärtigt und die aus ihnen resultierende
Distanz verringert.
Die Stiftung EVZ fördert im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa im
Programmjahr 2010 internationale Teams, die gemeinsam einen oder
mehrere Pfade der Erinnerung analysieren und heute eine besondere
Relevanz aufweisen. Das bedeutet, dass ihr Projekt ein
Verständigungs-, Annäherungs-, bzw. ein Konfliktpotenzial für die
jeweiligen Gesellschaften hat.
Im Rahmen der Projektarbeit sind Feldforschungen z. B. zur
Erschließung von Routen, Gedenkstätten, Museen und Denkmälern ebenso
möglich wie die eingehende Analyse und Aufbereitung von mündlichen
und schriftlichen Zeugnissen. Die Projekte der Geschichtswerkstatt
Europa sollen dabei über eine empirische Studie hinaus eine
Öffentlichkeit herstellen, in der ein Dialog über europäische
Erinnerungskulturen entstehen kann.
Förderung
Die Geschichtswerkstatt Europa fördert internationale Projekte, in
denen Studenten, Absolventen, Nachwuchswissenschaftler, Journalisten,
Künstler sowie andere Akteure der Zivilgesellschaft im Alter von 18
bis 35 Jahren gemeinsam von April bis Oktober 2010 einem Pfad der
Erinnerung nachgehen.
Die Projekte werden vom Antragsteller gemeinsam mit einem Partner aus
einem anderen mittel- bzw. osteuropäischen Land oder Israel geplant
und durchgeführt. Dabei soll durch Präsentationen und Diskussionen
eine breitere Öffentlichkeit erreicht werden. Als Ergebnis der
Projekte wird ein Text-, Foto- oder Filmbeitrag zur gemeinsamen
Internetplattform der Geschichtswerkstatt Europa erwartet.
Es gibt zwei alternative Formen der Finanzierung: Institutionen
können für Projekte mit mehr als 4 Teilnehmern Zuwendungen für
Reisen, Unterkunft, Sachmittel und Kommunikation bis maximal 15.000
Euro erhalten. Internationale Teams von 2 bis 4 Personen können ohne
institutionelle Anbindung Projektstipendien in Höhe von 2.500 Euro
pro Person erhalten, die für die Realisierung des gesamten Projekts
vorgesehen sind.
Skizzen
Jedes Projektteam soll vor Antragstellung in einer Skizze folgende
Fragen beantworten:
1. In welchem internationalen Team wird das Projekt umgesetzt?
2. Wie lautet die zentrale Frage, anhand derer Pfade der Erinnerung
untersucht werden?
3. Welche Schritte sind für die Bearbeitung dieser Fragestellung
vorgesehen?
4. Welche Methode soll dabei verwendet werden?
5. Wie wird die Kommunikation zwischen den Projektpartnern gestaltet?
6. In welcher Form werden Projektergebnisse aufbereitet und einer
breiteren Öffentlichkeit präsentiert?
7. Welche Ausgaben sind notwendig, um das Projekt zu realisieren?
Die Projektskizze kann vom 1. September bis zum 26. Oktober 2009 über
das Online-Formular der Geschichtswerkstatt Europa eingesandt
werden. Im November 2009 entscheidet eine Fachjury, welche Projekte
aufgefordert werden, einen Antrag zu stellen.
Die Geschichtswerkstatt Europa ist ein Programm der Stiftung
"Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" zur Auseinandersetzung mit
europäischer Erinnerung. Die Förderung von Projekten wird vom
Institut für angewandte Geschichte in Kooperation mit der Europa-
Universität Viadrina koordiniert. Ein Internationales Forum wird vom
Global and European Studies Institute an der Universität Leipzig
ausgerichtet.
Geschichtswerkstatt Europa
Institut für angewandte Geschichte e.V.
Große Scharrnstraße 59
15230 Frankfurt an der Oder
Tel.: +49 (0) 335 5534 5534
Fax: +49 (0) 335 5534 5533
Mail:
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Online: www.geschichtswerkstatt-europa.org
Donnerstag, den 25. Juni 2009 um 08:45 Uhr









