Präsidenten-Treffen in Minsk am 11.2.2015: nächste Chance zur Beendigung des Krieges – Umfrage: wenig Unterstützung im Süden und Osten der Ukraine für Anschluss an Russland

Nach dem am 8.2. geführten Telefonaten zwischen Angela Merkel, François Hollande, Petro Poroschenko und Wladimir Putin sowie den Sondierungsgesprächen der Vertreter der beteiligten Länder wird für den 11.2.2015 in Minsk erneut ein Treffen stattfinden, auf dem zumindest die dringlichste Frage einer Waffenruhe erörtert werden soll. Ergänzt werden soll das Treffen der Vier von einer anderen Runde, den Delegationen seitens der Ukraine, Russlands, der OSZE sowie der Separatisten. Präsident Poroschenko ist hinsichtlich der 11.2. optimistisch, doch ist aufgrund der Erfahrungen in den letzten Monaten Zurückhaltung geboten. Den Worten sind nicht die notwendigen Taten gefolgt. Minsk und damit auch der Präsident Weißrusslands, Alexander Lukaschenko, erfähren durch das Treffen zwar eine Aufwertung, doch steht die Stadt primär und zunächst einmal als Verhandlungsort im Fokus, an dem es um die Beendigung des Krieges im ukrainischen Donbass geht.
Umfragen zum Donbass und zu Fragen nach größerer Autonomie der Gebiete in der Ukraine erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit, doch ist die empirische Basis für die getroffenen Aussagen erfahrungsgemäß entsprechend zu überprüfen – dies nicht zuletzt mit dem Wissen um die Auftraggeber und deren „gewünschten“ Resultaten. Kürzlich haben Wissenschaftler der Universität Oxford dazu eine Studie in den südlichen und östlichen Gebieten der Ukraine durchgeführt, die die „Washington Post“ nun veröffentlicht hat (vgl. Resultate). Demnach ist die Unterstützung für eine Abspaltung von der Ukraine eher die Ausnahme, der Verbleib in der Ukraine als Gebiet oder als Territorium mit Autonomie dominieren.
In Debalzewe wird weiterhin gekämpft, insbesondere mit Verlusten unter der Zivilbevölkerung.

Auf Facebook teilen