Hörspiel: Atemschaukel

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. „Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15°C.“ So beginnt der Bericht des 17-jährigen Leopold Auberg über seine Deportation in ein sowjetisches Lager in der Ukraine. Anhand seiner fiktiven Lebensgeschichte erzählt Herta Müller vom Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. Im Januar 1945 wurden auf Anweisung Stalins alle arbeitsfähigen Männer und Frauen deutscher Herkunft zwischen 17 und 45 Jahren, die in Rumänien lebten, in russisch- ukrainische Arbeitslager deportiert. Viele kamen dabei ums Leben. Was Leopold während seiner fünfjährigen Haft erlebt, erinnert an Berichte aus deutschen Konzentrationslagern oder an die Beschreibungen Alexander Solschenizyns in „Der Archipel Gulag“.

Den Stoff für ihren jüngsten, sprachgewaltigen Roman (2009) hatte die Autorin zusammen mit dem rumäniendeutschen Lyriker und Büchner-Preisträger Oskar Pastior konzipiert, der 2006 verstarb.

Mit Alexander Fehling, Vadim Glowna, Lars Rudolph, Anton Levit, Maria Kwiatkowski, Otto Mellies, Uli Plessmann u.a.

Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. 1984 erschien in der Bundesrepublik in unzensierter Form ihr erstes Buch „Niederungen“. 1989 – 2001 Gastprofessuren in England, Amerika, der Schweiz und Deutschland. Bereits vor der Verleihung des „Literaturnobelpreises 2009“ hatte Herta Müller zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den „Kleist-Preis“, den „Joseph-Breitbach-Preis“, den „Würth-Preis für Europäische Literatur“, den „Walter-Hasenclever-Literaturpreis“ und den „Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2009 „. Seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

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