CfP: 'Religion, Nation u. Saekularismus in der ruthen. bzw. ukrain. u. weissruss. Kultur der Neuzeit

Für die Religionsgeschichtsschreibung Europas werden die Frühneuzeit
und die Moderne meist scharf voneinander abgegrenzt: Sei es durch die
Gegenüberstellung eines religiösen Zeitalters der Frühneuzeit und
einer säkularisierten Moderne, sei es durch die Deutung des 19.
Jahrhunderts als „zweites konfessionelles Zeitalter“, das von der
Frühneuzeit durch die Epoche der (vermeintlich) areligiösen
Aufklärung getrennt ist. Dieser epochalen Unterscheidung von
frühneuzeitlicher und moderner Religionsgeschichte entsprechen die
weithin verschiedenen Arbeitsfelder der Religionshistoriker. Geht es
in der Frühneuzeitforschung vordinglich um die Rekonstruktion von
konfessionellen, staatlichen, kommunalen und ständischen
Ordnungsvorstellungen, so steht für die Diskussion der Moderne der
Gegensatz von konfessionellen und säkularen Sinnstiftungen im
Vordergrund.

Demgegenüber fragt die Tagung in Bezug auf die Geschichte des
östlichen Europa, insbesondere im Hinblick auf die
Religionsgeschichte der ruthenischen bzw. ukrainischen und
weißrussischen Länder, nach den Zusammenhängen, die vom 16./17.
Jahrhundert bis in das 20./21. Jahrhundert reichen. Diese Region ist
in besonderer Weise von den Wirkungen der internationalen Politik,
der Religionspolitik Polen-Litauens bzw. Russlands und der Konkurrenz
zwischen verschiedenen religiösen Orientierungen geprägt. In diesem
Spannungsfeld entstanden in der Frühneuzeit multikonfessionelle
Verhältnisse, die zwar keine Gleichberechtigung der
Religionsgemeinschaften bedeuteten, aber eine wechselseitige
Beeinflussung und Modernisierungszwänge mit sich brachten. Typische
Merkmale der Religionsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa
die (proto-)nationale Aufladung von Kirchen, die zunehmende Bedeutung
von Laien für das religiöse Leben und die besondere kulturelle
Bedeutung von Religion nahmen hier ihren Anfang. Für die Konzipierung
einer zusammenhängenden neuzeitlichen Religionshistorie bietet sich
die ruthenische bzw. ukrainische und weißrussische Geschichte daher
besonders an.

Auf der Tagung sollen die Prozesse der Modernisierung,
Nationalisierungs- und Politisierungstendenzen der Religion in den
ruthenischen und ukrainischen/weißrussischen Ländern sowie die
Anfänge säkularer Weltsichten in den Blick genommen werden. Dabei
sind vergleichende und verflechtungsgeschichtliche Fragestellungen
willkommen.

Exposés im Umfang von ein bis zwei Seiten sollten bis zum 1.5.2010
geschickt werden an:
Frau Manina Ott, M.A.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung für Geschichte Ost- und
Südosteuropas
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: 0049-89-2180-5544
Mail: manina.ott@lrz.uni-muenchen.de

Reise- und Unterbringungskosten werden erstattet. Konferenzsprachen
sind Deutsch und Englisch.

Martin Schulze Wessel, Frank Sysyn

Internationales Graduiertenkolleg Religiöse Kulturen im Europa des
19. und 20. Jahrhunderts (LMU München/Karls-Universität Prag); Peter
Jacyk Centre for Historical Research, CIUS, University of Alberta;
Freie Ukrainische Universität, München, München

25./26.6.2010, Historisches Kolleg, München, Ukrainische Freie
Universität, München

Für die Religionsgeschichtsschreibung Europas werden die Frühneuzeit
und die Moderne meist scharf voneinander abgegrenzt: Sei es durch die
Gegenüberstellung eines religiösen Zeitalters der Frühneuzeit und
einer säkularisierten Moderne, sei es durch die Deutung des 19.
Jahrhunderts als „zweites konfessionelles Zeitalter“, das von der
Frühneuzeit durch die Epoche der (vermeintlich) areligiösen
Aufklärung getrennt ist. Dieser epochalen Unterscheidung von
frühneuzeitlicher und moderner Religionsgeschichte entsprechen
die
weithin verschiedenen Arbeitsfelder der Religionshistoriker. Geht es
in der Frühneuzeitforschung vordinglich um die Rekonstruktion von
konfessionellen, staatlichen, kommunalen und ständischen
Ordnungsvorstellungen, so steht für die Diskussion der Moderne der
Gegensatz von konfessionellen und säkularen Sinnstiftungen im
Vordergrund.

Demgegenüber fragt die Tagung in Bezug auf die Geschichte des
östlichen Europa, insbesondere im Hinblick auf die
Religionsgeschichte der ruthenischen bzw. ukrainischen und
weißrussischen Länder, nach den Zusammenhängen, die vom 16./17.
Jahrhundert bis in das 20./21. Jahrhundert reichen. Diese Region ist
in besonderer Weise von den Wirkungen der internationalen Politik,
der Religionspolitik Polen-Litauens bzw. Russlands und der Konkurrenz
zwischen verschiedenen religiösen Orientierungen geprägt. In diesem
Spannungsfeld entstanden in der Frühneuzeit multikonfessionelle
Verhältnisse, die zwar keine Gleichberechtigung der
Religionsgemeinschaften bedeuteten, aber eine wechselseitige
Beeinflussung und Modernisierungszwänge mit sich brachten. Typische
Merkmale der Religionsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa
die (proto-)nationale Aufladung von Kirchen, die zunehmende Bedeutung
von Laien für das religiöse Leben und die besondere kulturelle
Bedeutung von Religion nahmen hier ihren Anfang. Für die Konzipierung
einer zusammenhängenden neuzeitlichen Religionshistorie bietet sich
die ruthenische bzw. ukrainische und weißrussische Geschichte daher
besonders an.

Auf der Tagung sollen die Prozesse der Modernisierung,
Nationalisierungs- und Politisierungstendenzen der Religion in den
ruthenischen und ukrainischen/weißrussischen Ländern sowie die
Anfänge säkularer Weltsichten in den Blick genommen werden. Dabei
sind vergleichende und verflechtungsgeschichtliche Fragestellungen
willkommen.

Exposés im Umfang von ein bis zwei Seiten sollten bis zum 1.5.2010
geschickt werden an:
Frau Manina Ott, M.A.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung für Geschichte Ost- und
Südosteuropas
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: 0049-89-2180-5544
Mail: manina.ott@lrz.uni-muenchen.de

Reise- und Unterbringungskosten werden erstattet. Konferenzsprachen
sind Deutsch und Englisch.

Martin Schulze Wessel, Frank Sysyn

 

Internationales Graduiertenkolleg Religiöse Kulturen im Europa des
19. und 20. Jahrhunderts (LMU München/Karls-Universität Prag); Peter
Jacyk Centre for Historical Research, CIUS, University of Alberta;
Freie Ukrainische Universität, München, München

25./26.6.2010, Historisches Kolleg, München, Ukrainische Freie
Universität, München

Für die Religionsgeschichtsschreibung Europas werden die Frühneuzeit
und die Moderne meist scharf voneinander abgegrenzt: Sei es durch die
Gegenüberstellung eines religiösen Zeitalters der Frühneuzeit und
einer säkularisierten Moderne, sei es durch die Deutung des 19.
Jahrhunderts als „zweites konfessionelles Zeitalter“, das von der
Frühneuzeit durch die Epoche der (vermeintlich) areligiösen
Aufklärung getrennt ist. Dieser epochalen Unterscheidung von
frühneuzeitlicher und moderner Religionsgeschichte entsprechen die
weithin verschiedenen Arbeitsfelder der Religionshistoriker. Geht es
in der Frühneuzeitforschung vordinglich um die Rekonstruktion von
konfessionellen, staatlichen, kommunalen und ständischen
Ordnungsvorstellungen, so steht für die Diskussion der Moderne der
Gegensatz von konfessionellen und säkularen Sinnstiftungen im
Vordergrund.

Demgegenüber fragt die Tagung in Bezug auf die Geschichte des
östlichen Europa, insbesondere im Hinblick auf die
Religionsgeschichte der ruthenischen bzw. ukrainischen und
weißrussischen
Länder, nach den Zusammenhängen, die vom 16./17.
Jahrhundert bis in das 20./21. Jahrhundert reichen. Diese Region ist
in besonderer Weise von den Wirkungen der internationalen Politik,
der Religionspolitik Polen-Litauens bzw. Russlands und der Konkurrenz
zwischen verschiedenen religiösen Orientierungen geprägt. In diesem
Spannungsfeld entstanden in der Frühneuzeit multikonfessionelle
Verhältnisse, die zwar keine Gleichberechtigung der
Religionsgemeinschaften bedeuteten, aber eine wechselseitige
Beeinflussung und Modernisierungszwänge mit sich brachten. Typische
Merkmale der Religionsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa
die (proto-)nationale Aufladung von Kirchen, die zunehmende Bedeutung
von Laien für das religiöse Leben und die besondere kulturelle
Bedeutung von Religion nahmen hier ihren Anfang. Für die Konzipierung
einer zusammenhängenden neuzeitlichen Religionshistorie bietet sich
die ruthenische bzw. ukrainische und weißrussische Geschichte daher
besonders an.

Auf der Tagung sollen die Prozesse der Modernisierung,
Nationalisierungs- und Politisierungstendenzen der Religion in den
ruthenischen und ukrainischen/weißrussischen Ländern sowie die
Anfänge säkularer Weltsichten in den Blick genommen werden. Dabei
sind vergleichende und verflechtungsgeschichtliche Fragestellungen
willkommen.

Exposés im Umfang von ein bis zwei Seiten sollten bis zum 1.5.2010
geschickt werden an:
Frau Manina Ott, M.A.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung für Geschichte Ost- und
Südosteuropas
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: 0049-89-2180-5544
Mail: manina.ott@lrz.uni-muenchen.de

Reise- und Unterbringungskosten werden erstattet. Konferenzsprachen
sind Deutsch und Englisch.

Martin Schulze Wessel, Frank Sysyn

 

http://www.igk-religioese-kulturen.uni-muenchen.de/index.html

http://www.ukrainische-freie-universitaet.mhn.de/index.htm


 

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