„Farbenspiele – die Ukraine nach der Revolution in Orange“

Die erste Auflage der „Farbenspiele“ schließt mit der Ungewissheit über den weiteren Kurs der Ukraine und das Schicksal der orangenen Kräfte im Winter 2007.

Wer würde in der Auseinandersetzung zwischen den Kontrahenten Viktor Juschtschenko, Viktor Janukowytsch und Julia Tymoschenko die Oberhand gewinnen? Konnte es sein, dass die Kräfte der zivilen Gesellschaft, in der stickigen Luft postsowjetischer Erstarrung verstummten und den Seilschaften ehemaliger Kader, alter und neuer Oligarchen das Feld überließen?

Am Ende eines turbulenten politischen Jahres zeigte sich, dass die politischen und gesellschaftlichen Kräfte der Ukraine, die für eine Fortsetzung des Reformweges und die konsequent europäische Option ihres Landes stehen, nicht aufgegeben haben. Eine erneuerte Regierung Julia Tymoschenko muss jetzt unter Beweis stellen, ob demokratische Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit und Respektierung der Menschenrechte in diesem Teil Europas Realität werden oder weiter ein Traum bleiben..

Der Publizist Wolfgang Templin, seit Jahren in den ostmitteleuropäischen Reformländern unterwegs, geht in diesem Buch den Voraussetzungen und Folgen des Umbruchs von 2004 nach. Im Rückblick auf die sowjetische Geschichte, im Kontakt und Austausch mit ukrainischen, polnischen und belarussischen Akteuren, in Gesprächen und Interviews folgt er dem Weg der Ukraine in die Unabhängigkeit und auf den Majdan. Er stellt die Konflikte und Auseinandersetzungen um die kulturelle Identität und den politischen Standort eines Landes dar, das als ehemaliger Teil des sowjetischen Imperiums seinen eigenen Weg nach Europa sucht.

Analysiert werden die Konflikte und Auseinandersetzungen, die nach der Euphorie des Winters 2004 einen neuen Höhepunkt erreichten und die Lichtgestalten der Revolution im bittersten Zerwürfnis zurückließen. Dissidenten und Oppositionelle verschiedener Generationen, Journalisten, Historiker, Künstler, aber auch Zufallsbegegnungen auf den Streifzügen durch das Land – auf diese Protagonisten der ukrainischen Gesellschaft stützt der Autor seine Wahrnehmungen und Urteile. Langer Atem und historischer Optimismus, die zu Templins eigener Biographie gehören, lassen ihn einen Blick auf die Zukunft einer Ukraine werfen, in deren Farbenspektrum das leuchtende Orange nicht verschwunden ist.

WOLFGANG TEMPLIN, geb. 1948, Philosoph, gehörte der DDR-Bürgerrechtsbewegung an und war Mitbegründer der »Initiative Frieden und Menschenrechte«, die er nach dem Fall der Mauer am »Runden Tisch« der DDR vertrat. Wolfgang Templin lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin.
www.wtemplin.de

Eine Lizenzausgabe der „Farbenspiele- die Ukraine nach der Revolution in Orange“ ist bei der
Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 653 erschienen. www.bpb.de

 

 

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